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Im Berichtsjahr fand das neue Gaststättengesetz Anwendung, daher haben sich auch die Abläufe im Rahmen des HaLT-Projekts verändert.
Da Feste nunmehr lediglich angezeigt werden müssen und keine Gestattung mehr erforderlich ist, ist die Möglichkeit der Einflussnahme der Ordnungsämter auf die Festveranstalter deutlich zurückgegangen. In den Vorjahren haben sich mehr Festveranstalter von sich aus an den Präventionsrat gewandt, um sich beraten zu lassen. Dies war häufig darauf zurück zu führen, dass die Ordnungsämter eine Beratung empfohlen haben.
Um diesem Trend entgegen zu wirken, hat die Gemeinde Friedeburg im Mai dieses Jahres gemeinsam mit der Polizei Wittmund und dem Präventionsrat einen Informationsabend für alle Festveranstalter und Vereine veranstaltet. Hier wurde über Maßnahmen zum Jugendschutz und zur Verantwortlichkeit bei der Ausrichtung von Festen informiert. Da im Südkreis bisher keine solche Veranstaltung stattgefunden hatte, stieß sie auf reges Interesse. Ca. 25 Vertreter aus unterschiedlichen Vereinen nahmen das Angebot wahr.
Auch in diesem Jahr konnten viele Kurzworkshops zum Thema „Alkohol und Jugend“ an Schulen durchgeführt werden.
Durch die Überarbeitung der Inhalte wird ein stärkerer Akzent auf die Einschätzung und kritische Bewertung des eigenen Konsumverhaltens gelegt. Die Jugendlichen sollen sensibilisiert werden um missbräuchlichen Alkoholkonsum schneller zu erkennen und sich über mögliche Interventionen Gedanken zu machen.
Die intensive Zusammenarbeit mit der Polizei hat sich im Vorjahr sehr bewährt und wurde daher weitergeführt. Wie geplant wurde gemeinsam mit dem Präventionsbeauftragten des Polizeikommissariats Wittmund im Januar und Februar in allen 8. Klassen der Schule Altes Amt Friedeburg (SAAF) der Kurzworkshop zum Thema „Alkohol und Jugend“ durchgeführt.
Im September und Oktober hat der Präventionsrat den Workshop mit doppelter Besetzung mit den SchülerInnen der 8. Klassen der Alexander-von-Humboldt-Schule (KGS) veranstaltet.Es folgten noch sieben weitere Termine im November und Dezember, so dass alle 8. Klassen dieser Schule an dem Workshop teilgenommen haben.Auf Anfrage erfolgten im Dezember zwei Workshops in zwei 8. Klassen der Schule Altes Amt Friedeburg (SAAF), die zuvor eine Lektüre zum Thema Alkoholsucht im Unterricht behandelt hatten. Er zeigt sich, dass dies eine inhaltlich gute Ergänzung war.
Die Herbert-Jander-Schule in Esens hat im Februar den Klarsichtparcours der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) nach Esens geholt. Gemeinsam mit verschiedensten Kooperationspartnern wurde der Parcours begleitet. Nach einer eintägigen Schulung wurde an zwei Tagen mit ca. 300 SchülerInnen das Projekt sehr erfolgreich umgesetzt. Den Jugendlichen und auch den Lehrkräften hat die Teilnahme augenscheinlich viel Freude bereit, zudem haben sie spielerisch sehr viel Wissen über Alkohol und Tabak und Sucht erworben.
Auf Anfrage des Jugendamtes wurde im April ein dreistündiger Workshop mit strafffälligen Jugendlichen veranstaltet. Hier wurden Elemente aus dem Schulworkshop und Methoden aus dem Klarsichtparcours kombiniert.
Informationen zum Thema Alkohol - insbesondere für Eltern - wurde durch einen Stand auf dem Friedeburger Festival anschaulich vermittelt.
Schüler der Berufsbildenden Schulen für den Landkreis Wittmund nahmen an einem Wettbewerb zum Thema Alkoholprävention teil und luden unter diesem Aspekt zu einem Expertengespräch in ihre Schule ein. Die Schüler stellten fragen und es fand eine rege Diskussion der Themen Alkohol und Sucht statt.
Das HaLT-Projekt bzw. die gesamte präventive Arbeit im Landkreis zeigt Wirkung:
dies führt u. a. dazu, dass die Körperverletzungen durch (alkoholisierte) Jugendliche und Heranwachsende bei Veranstaltungen in den vergangenen drei Jahren erheblich zurückgegangen sind.
Ein Rückgang ist ebenso bei den aufgegriffenen alkoholintoxitierten Jugendlichen zu verzeichnen. Im Jahr 2010 wurden noch 188 Kinder und Jugendliche registriert, in 2011 ist die Zahl der Kinder und Jugendlichen auf 74 gesunken. Die aktuellen Fälle belaufen sich auf 68 Kinder und Jugendliche.Auch das Krankenhaus Wittmund berichtet, dass im Berichtsjahr nur 10 alkoholintoxitierten Jugendliche stationär versorgt werden mussten. Damit sind die Fallzahlen weiterhin auf einem niedrigen Stand. |